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30.03.2018, 15:49 Uhr | Wilfried Goebels
Wilfried Goebels: Rettet den Landarzt
Jeder dritte Landarzt ist älter als 60 Jahre. Doch was wird, wenn diese Ärzte in den Ruhestand gehen und sich kein Nachfolger findet? Viele Ältere plagt die Sorge, dass die medizinische Grundversorgung im Ort nicht mehr gewährleistet ist und sie kilometerweit zum nächsten Hausarzt fahren müssen. Die Befürchtung ist nicht unbegründet: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung schätzt, dass 2030 bundesweit mehr als 10.000 Hausärzte fehlen werden. Als normal versorgt gilt eine Gemeinde, wenn rechnerisch 1.671 Patienten auf einen Hausarzt kommen - eine Quote, die in vielen ländlichen Gemeinden schon heute völlig illusorisch ist.
Berlin - Was tun? Mit einem „Masterplan Medizinstudium 2020“ wollen Bund und Länder bei der Vergabe von Studienplätzen eine Landarztquote einführen. Wer sich verpflichtet, nach dem Studium für eine längere Zeit als Hausarzt aufs Land zu ziehen, erhält einen Bonus bei der Studienplatzvergabe. Auch sollen Mediziner finanzielle Hilfen bei der Übernahme einer Praxis oder für den Umzug erhalten. Und auch die Gemeinde selbst kann aktiv werden: indem sie Arztfamilien als zusätzliches „Lockmittel“ Plätze für ihre Kinder in Kitas und Schulen anbietet.

Das Grundgesetz verpflichtet die Politik zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in städtischen wie ländlichen Regionen. Die breite Grundversorgung mit Allgemeinmedizinern wird in einer älter werdenden Gesellschaft daher zum absoluten Muss, wenn der ländliche Raum auf Dauer lebensfähig bleiben soll. Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen könnten ihren Beitrag zur flächendeckenden Daseinsvorsorge leisten, indem sie Mittel von städtischen Facharztpraxen mit einem hohen Anteil an Privatpatienten teilweise zugunsten der Hausärzte umverteilen. Und Hausärzte, die eine 24-Stunden-Rundumbereitschaft auf dem Land scheuen, können sich mit anderen Hausärzten zu Gemeinschaftspraxen zusammenschließen. Es gibt also durchaus Hoffnung auf dem Land, dazu aber müssen schnell neue Wege eingeschlagen werden.

Wilfried Goebels
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