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03.05.2021, 00:09 Uhr | Wilfried Goebels
„Pillen-Mix“ bei Senioren
Jeder dritte über 80-Jährige leidet unter Nebenwirkungen durch „Pillen-Mix“
Alterstypische Schmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden kann die moderne Medizin in der Regel durch wirksame Medikamente erfolgreich behandeln. Ältere Menschen schlucken aber häufig mehrere Arzneimittel am Tag. Der renommierte Pharmakologe Professor Martin Wehling hat festgestellt, dass mindestens jeder dritte über 80-Jährige unter Nebenwirkungen der vielen Pillen leidet. 
Berlin - Das Problem: Mit der Vielzahl der eingenommenen Präparate steigt das Risiko der Unverträglichkeit. Nimmt ein Patient nur ein Medikament mit einer bestimmten Nebenwirkung, bleibt das oft ohne Folgen. Bei mehreren Medikamenten lässt sich nach Erkenntnissen von Experten aber häufig nicht mehr beurteilen, wie die Wirkstoffe zusammenwirken. Der Arzt sollte deshalb nicht nur bei verschreibungspflichtigen Pillen, sondern auch bei frei verkäuflichen Arzneimitteln und pflanzlichen Wirkstoffen auf den richtigen „Pillen-Mix“ achten.
Nach einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) nehmen täglich mehr als 40 Prozent der über 70-Jährigen mindestens fünf verschiedene Medikamente ein.

Diese verschaffen meist Linderung und steigern die Lebensqualität, wenn das körperliche und geistige Leistungsvermögen im Alter nachlässt.
Da Senioren aber einen veränderten Stoffwechsel haben, sind sie anfälliger für negative Folgen durch die Einnahme verschiedener Arzneimittel. Professor Wehling, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie Mannheim, mahnt: „Es kann passieren, dass ein Medikament durch ein anderes möglicherweise schlechter abgebaut werden kann.“ Außerdem würden neue Arzneimittel oft an jungen Menschen getestet, die Nebenwirkungen leichter wegstecken würden als Senioren.
Der Professor rät Ärzten denn auch zu besonderer Achtsamkeit, wenn nach Einnahme eines zusätzlichen Medikaments bei Senioren die Verwirrtheitszustände zunehmen. Nach der Verschreibung eines Medikaments müsse die genaue Überwachung der Therapie Kernbestandteil der ärztlichen Betreuung sein. Entscheidend sei dabei nicht die Zahl der Medikamente, bedeutsam sei die Qualität im Zusammenwirken der Wirkstoffe.
 
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