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01.02.2024, 17:07 Uhr
Senioren bei Bankgeschäften nicht allein lassen!
Seit Jahren müssen wir – auch im mittleren Ruhrgebiet – feststellen, dass sich die Geldinstitute zunehmend aus der Fläche zurückziehen und ihre Filialen nach und nach schließen. Diese Schließungen in den Stadtteilen betreffen alle Kundinnen und Kunden, besonders aber die Seniorinnen und Senioren.

Nicht zum ersten Mal greift die Senioren Union der CDU dieses Thema auf. Aktuell hat der Vorsitzende der Senioren Union Bezirk Ruhr Jürgen Zeller, der auch Vorsitzender im Kreis Recklinghausen ist, den Vorstandssprecher der Volksbank Ruhr Mitte Ingo Abrahams interviewt.

Jürgen Zeller spricht ganz konkrete Maßnahmen an, wie man den Seniorinnen und Senioren helfen kann. Die Möglichkeit des Online-Banking ist gut, aber kein Allheilmittel. Die ältere Generation braucht neben den digitalen Formen auch die „gute, alte“ persönliche Beratung.
Lesen Sie hier den ganzen Text des Gesprächs.

1 (Jürgen Zeller) Nicht nur die Seniorinnen und Senioren tun sich manchmal schwer die verschiedenen Daten in einer Rechnung fehlerfrei zu identifizieren: IBAN, BIC, Rechnungsnummer, Auftragsdatum, Rechnungsbetrag, Kundennummer usw. in langen Ziffernfolgen und oft zu klein gedruckt sind eine Herausforderung. Deshalb möge die Volksbank darüber nachdenken, wie sie ihren Geschäftskunden – z.B. Handwerkern und Gewerbetreibenden – nahebringen kann, dass sie ihren Kunden bei der Rechnungstellung zugleich ein vorgefertigtes Überweisungsformular mit den notwendigen Daten aushändigen. Die Kunden brauchen dann nur noch die eigene Kontonummer und die Unterschrift einzutragen.

(Ingo Abrahams) Über die Fotoüberweisung in der VR Banking App hinaus, bieten wir unseren Kunden den neuartigen VR Videoservice in der Hauptstelle an. Hier kann der Kunde in einem separaten/abgeschlossenen Raum viele Vorgänge und Fragen klären und direkt per Videotechnik über den Bildschirm mit einem Bankmitarbeiter kommunizieren. Unter anderem kann der Kunde seine Rechnungen einscannen und anschließend erstellt das System einen Überweisungsauftrag, den der Kunde mit seiner Unterschrift freigibt.

2. (Jürgen Zeller) Rechnungen und Überweisungen erfolgen zunehmend nur noch in digitaler Form. Die Senioren Union regt an, insbesondere den Seniorinnen und Senioren auch weiterhin eine Rechnung oder Überweisung in Papierform zu ermöglichen. Wir Senioren sperren uns nicht gegen die Digitalisierung, sie ist für uns in vielen Bereichen eine große Hilfe. Aber allein mit Online-Banking kommen viele Senioren noch nicht klar.

(Ingo Abrahams) Auch wenn viele Unternehmen den digitalen Rechnungsversand forcieren, gehört die papierhafte Überweisung weiterhin zu unserem Tagesgeschäft, auch wenn die Anzahl stetig abnimmt. Wenn der Kunde Zahlungen auf das SEPA-Lastschriftverfahren umstellt (für Zahlungen an Versorger, Versicherungen und andere), dann ziehen seine Vertragspartner die Rechnungsbeträge direkt vom Konto ein. Eine Überweisung ist dann nicht mehr erforderlich. Sofern etwas nicht stimmt, kann die einzelne Lastschrift innerhalb von acht Wochen zurückgegeben werden und der Betrag wird wieder gutgeschrieben.

3. (Jürgen Zeller) Auch die Volksbank Ruhr Mitte unterhält in vielen Stadtteilen SB-Center mit Geldautomaten und Automaten für den Druck von Kontoauszügen. Hier sollte immer eine Möglichkeit vorhanden sein, Überweisungsträger einzureichen.

(Ingo Abrahams) Selbstverständlich stehen unseren Kunden in den SB-Centern „Giroboxen“ für den Einwurf von Überweisungen zur Verfügung. Diese werden täglich geleert und anschließend weiterverarbeitet. Viele ältere Kunden mit Einschränkungen in der Mobilität, nutzen den telefonischen Service unserer Bank, z.B. auch für die Durchführung von Überweisungen.

4. (Jürgen Zeller) Im Service-Bereich der Hauptstelle, der Niederlassungen und Filialen sollte für Senioren und andere unsichere Kunden ein geschützter Raum für Bankgeschäfte vorhanden sein. Dies könnte z.B. ein abgeschirmter Raum oder Bereich sein, in dem die Kunden sich für ihre Bankgeschäfte setzen können und auch gesichert ihre Taschen oder Schirme oder anderes abstellen können. Es ist zu überlegen, diesen Raum durch eine Kamera zu überwachen. Es sollte eine Möglichkeit vorgesehen werden, Kontakt zu einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Volksbank aufzunehmen, wenn Hilfe bei einem Bankgeschäft nötig ist.

(Ingo Abrahams) Diskretion ist in allen bedienten Stellen im Service gegeben. In der Hauptstelle, in den Niederlassungen in Gladbeck und Herten sowie zum Jahresende in der Niederlassung Gelsenkirchen, bieten wir auch eine Diskretkasse an. Mit dem neuartigen VR Videoservice (s. Antwort zu Punkt 1.) haben wir hier im letzten Jahr unser Angebot erweitert. Kunden aller Altersschichten nutzen dieses Angebot.

5. (Jürgen Zeller) Bei der Zunahme des Online-Banking auch im Bereich der Volksbank Ruhr Mitte muss das Schulungsangebot insbesondere für Seniorinnen und Senioren intensiviert werden. Dies kann in Kooperation mit Seniorenbeiräten oder auch der Senioren Union der CDU erfolgen.

(Ingo Abrahams) Im Gespräch mit den Kunden gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse und Fragen ein. Ebenso helfen wir bei der Installation und Einweisung in die neue Technik. Immer wieder stellen wir fest, dass gerade in der Gruppe der älteren Bevölkerung, der Umgang mit den neuen Medien stetig zunimmt. In der Vergangenheit haben wir an mehreren Orten Angebote zu diesem Thema gemacht und stießen auf eine sehr verhaltene Resonanz. Sofern sich, z. B. in einem Verein, ein ausreichendes Interesse abzeichnet, bieten wir gerne eine Schulung zum Handling und den Sicherungsverfahren im Online- und Mobile-Banking an. Im Vorgespräch stimmen wir gemeinsam ab, ob die Veranstaltung bei uns oder vor Ort im Vereinsheim stattfindet. Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme zu unserer Marketingabteilug per E-Mail an: marketing@vb-ruhrmitte.de oder telefonisch unter 0209 385-0. Anschließend setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.

6. (Jürgen Zeller) Bei einem Neu- oder Umbau eines Bankgebäudes sollten in jedem Bereich die besonderen Bedürfnisse der älteren Generation in den Blick genommen werden.

(Ingo Abrahams) Als Volksbank liegt uns die Erreichbarkeit für alle Kunden sehr am Herzen. Somit achten wir bei baulichen Voraussetzungen auf ausreichend breite Türen, ebenerdige Zugänge, Rampen und Aufzüge. Unsere Selbstbedienungsgeräte bieten barrierearmen/-freien Bedienkomfort (z. B. klare Piktogramme, an Geldautomaten: selbst wählbare Kontrasteinstellungen, große Schrifttypen, Tasten mit Blindenschrift). Das Thema „Erreichbarkeit“ ist bei Baumaßnahmen bereits in der Planungsphase präsent und wird sachgerecht umgesetzt.

Ein Wort noch zum Angebot in Fläche. Auch wenn wir beobachten, dass sich Mitbewerber zum Teil sogar ganz aus Städten zurückgezogen haben, sind wir in unserem Geschäftsgebiet mit 21 Bankstellen vertreten. So bieten wir unseren Kunden eine schnelle Erreichbarkeit für ihre Bankgeschäfte.

Der Vorsitzende der Senioren Union Jürgen Zeller war nach dem Gespräch mehr als positiv über die freundliche Aufnahme in den Räumen der Volksbank Ruhr Mitte beeindruckt. Er bedauerte noch einmal die Schließungen von Filialen in der Fläche, die aus seiner Sicht nur durchgeführt werden konnten, weil die Politik ihren Einfluss nicht geltend gemacht hat. Hier müsse ein Umdenken der Politik erfolgen.
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